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In der letzten Woche erschien ein Artikel im General-Anzeiger, dem zu entnehmen war, dass der Tennenplatz im Franz-Elbern-Stadion im kommenden Jahr in einen Kunstrasenplatz umgebaut würde. Die Beschlussvorlage der Verwaltung für die Sanierung der Bonner Sportplätze sah im Stadtbezirk Beuel den ziemlich ramponierten und nach Regen großflächig unter Wasser stehenden Platz an Platz 2 der Sanierungsbedürftigkeit. Mit 16,8 Punkten belegt er, bezogen auf das gesamte Bonner Stadtgebiet, Platz 4 in der Prioritätenliste.
Vorgestern wurde in Sitzung der Bezirksvertretung Beuel nach massiver Einflussnahme durch den BSV Roleber die auf Fakten basierte und nach objektiven Kriterien erarbeitete Prioritätenliste so „zurechtgerückt“, dass der Platz in Roleber im kommenden Jahr in einen Kunstrasen umgebaut werden soll und der Platz in Beuel Mitte auf Sicht nicht berücksichtigt wird.
  
  
  
Da es bis in dieses Jahr hinein vehemente Beschwerden der Vereine gegeben hatte, die Entscheidungen in der Vergangenheit, welche Tennenplätze als nächste in Kunstrasenplätze umgebaut wurden, wären subjektiv und daher nur schwer nachvollziehbar, hat die Stadt Bonn reagiert.
Es wurde Herr Professor Thieme von der Fachholschule Remagen beauftragt, eine Systematik zur Erstellung einer Prioritätenliste zur Sanierung der Bonner Sportplätze zu erarbeiten. Die anzuwendenden Prioritäten sollten einfach zu erheben, klar und nachvollziehbar sein und von allen Beteiligten (Sportpolitik, Sportverwaltung und Vereinen) akzeptiert werden.
Allen Beteiligten wurde die Systematik vorgestellt und darüber hinaus Gelegenheit zur Diskussion gegeben. Am 25.06.09 hat der Hauptausschuss auf der Basis dieser Systematik die anzuwendenden Kriterien und die Vorgehensweise bei der Priorisierung beschlossen. Die zu berücksichtigen Kriterien sind Platzzustand, Mitgliederzahl, Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Verein, Ausgeglichenheit der Stadtbezirke (Verhältnis von Einwohnerzahl zu vorhandenen Kunstrasenplätzen), Bevölkerungsentwicklung und Stadtentwicklung.
Die Freude in der JSG Beuel war groß und wurde noch größer als der Sportausschuss diese Beschlussvorlage unverändert dem Stadtrat zur Entscheidung empfahl. Natürlich gab es großen Frust bei den Vereinen, die in dieser Liste weiter hinten eingestuft sind. Trotz des großen (auch finanziellen) Aufwands für das neutrale Gutachten wurden das Ergebnis der objektiven Priorisierung in Frage gestellt und Presse sowie Kommunalpolitiker aktiviert. Wir von der JSG Beuel waren und sind von der Richtigkeit der Rangfolge für die Sanierung überzeugt und sahen nach der Entscheidung im Sportausschuss den weiteren Terminen mit Optimismus entgegen.
Doch in der Sitzung der Bezirksvertretung Beuel wurden wir eines Besseren belehrt. Eine objektiv erstellte und nachvollziehbare Rangfolge gilt nichts mehr, wenn ein Verein die richtigen Kommunalpolitiker vor seinen Karren spannt. Da werden dann zwei der sechs Kriterien als weiche Kriterien und damit als nicht relevant und als nicht nachvollziehbar bezeichnet. Wen wundert es, dass nach dieser eigenmächtigen Änderung der Systematik die gewünschte Reihenfolge herauskam.
Jetzt ist der Verein, der am lautesten geklagt und die Objektivität angezweifelt hat, auf Platz eins und würde im nächsten Jahr einen Kunstrasenplatz bekommen. So sieht es das Ergebnis der Anhörung in der Bezirksvertretung Beuel vor, das schriftlich fixiert zusammen mit der Beschlussvorlage zunächst in den Hauptausschuss (17.09.09) und dann in den Rat der Stadt Bonn (24.09.09) geht, wo abschließend darüber entschieden wird.
Bedenkt man, wie einmütig CDU und SPD in Beuel versuchen, das Ergebnis, das auf Fakten basiert und durch eine korrekte Anwendung des Priorisierungsverfahrens zustande gekommen ist, zu kippen, muss man zu Recht die Rückkehr zu Klüngel und dem Regieren nach Gutsherrenart befürchten. Gerade dies wollte man aber mit der Einschaltung des neutralen Gutachters und der einvernehmlichen Festlegung auf die Prioritätenliste ausschließen.
Alle Bemühungen von Verwaltung und Politik, über die Sanierung von Sportplätzen objektiv zu entscheiden, werden so aus den eigenen Reihen zunichte gemacht.
Die Vereine SV Beuel 06 und JSG Beuel haben im Vorfeld der Sitzung der Bezirksvertretung Beuel gemeinschaftlich auf die Berichterstattung im General-Anzeiger reagiert und die politischen Entscheidungsträger angeschrieben. Wir haben daran erinnert, dass die Kriterien für die Prioritätenliste einvernehmlich von den politischen Entscheidungsträgern festgelegt wurden und dass die Vereine SV Beuel 06 und JSG Beuel davon ausgehen, dass die Beueler Politiker dem sich daraus ergebenden Umsetzungsvorschlag der Verwaltung, der auch im Sportausschuss abgesegnet wurde, zustimmen werden. Leider haben wir auf unsere Schreiben keine Antworten erhalten. Jetzt wissen wir auch warum!
Aus unserer Sicht sind die Kriterien Bevölkerungsentwicklung und Stadtentwicklung weiterhin zu berücksichtigen. Bei der Bewertung wurden eindeutige statistische Daten für das Bonner Einzugsgebiet der jeweiligen Plätze zugrunde gelegt. Es handelt sich hierbei nicht um weiche Faktore, sondern um klare Fakten. Diese anzuzweifeln und gleichzeitig aber die Kriterien, die einem in die Argumentation passen, als bare Münze zu nehmen, ist aus unserer Sicht nicht korrekt.
Liebe Mitglieder, liebe Kinder und Jugendliche, liebe Eltern,
diese Entscheidung der Bezirksvertretung Beuel bedeutet, dass der Tennenplatz am Beueler Stadion auf absehbare Zeit nicht in einen Kunstrasenplatz umgewandelt wird. Die Beueler Politiker haben sich anscheinend von 80 Kindern, Jugendlichen und Eltern des BSV Roleber, die in Trikots, mit Schals und Transparenten ausgestattet der Sitzung beigewohnt haben, beeindrucken lassen. Jetzt liegt es an uns, auch Flagge zu zeigen und der Politik deutlich zu machen, dass wir mit der Art und Weise der Entscheidungsfindung nicht einverstanden sind und die Rückkehr zur Objektivität anmahnen. Einige Politiker sprachen am Mittwoch gar von einer „Sternstunde“ der Politik. Für uns war es eine der schwärzesten.
Alle Spieler, Trainer, Betreuer, Mitglieder und Freunde der JSG Beuel und des SV Beuel 06, die genau wie der Vorstand der beiden Vereine mit der Entscheidungsfindung in der Bezirksvertretung Beuel unzufrieden sind, werden aufgerufen, ihren Unmut kundzutun. Schreibt eure Meinung den politischen Entscheidungs-trägern und in Form von Leserbriefen der örtlichen Presse. Und seid präsent mit Trikots, T-Shirts und Banner. Wann: 17.09.2009 ab 18.00 Uhr zum Hauptausschuss (es ist eine öffentliche Sitzung), Ort: Ratssaal im Stadthaus
Sanierung der Bonner Sportplätze / Prioritätenliste für Kunstrasenplätze
Bisherige Chronologie
2007/2008: Die Plätze des SV Ennert, der SF Brüser Berg, Sportpark Pennenfeld und „An der Düne“ erhalten einen Kunstrasenplatz. Es wird beschlossen, dass die Vereine DJK Blauweiß Friesdorf und Fortuna Bonn ebenfalls eine Kunstrasenplatz erhalten (Bau 2009).
Die jeweiligen Entscheidungen führen immer wieder zu kontroversen Diskussionen, nicht berücksichtigte Vereine fühlen sich benachteiligt.
25.06.2009: Damit die Kriterien zur Sanierung der Bonner Sportplätze objektiviert werden, beschließt der Hauptausschuss der Bundesstadt Bonn, die von Prof. Thieme von der Fachhochschule Remagen erarbeitete Kriterien- und Bewertungsliste anzuwenden. Die Kriterien sind
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Platzzustand
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Mitgliederzahl
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Anzahl der Kinder und Jugendlichen im Verein
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Ausgeglichenheit der Stadtbezirke
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Bevölkerungsentwicklung und
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Stadtentwicklung
03.09.2009: Der Sportausschuss der Bundesstadt Bonn empfiehlt, die Sanierung der Sportplätze wie von der Verwaltung nach den im Hauptausschuss beschlossenen Kriterien wie folgt umzusetzen:
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Sportanlage Bechlinghoven Sanierung 2009
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Sportplatz Buschdorf Kunstrasen 2009
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Franz-Elbern-Stadion (Ascheplatz) Kunstrasen 2010
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Sportplatz Plittersdorf Kunstrasen 2010
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Sportplatz Oberkassel (Ascheplatz) Kunstrasen 2011
05.09.2009: Im General-Anzeiger erscheint der Artikel „BSV Roleber fühlt sich verschaukelt“. Der Jugendleiter des BSV Roleber fordert, dass für die Reihenfolge in Beuel nur die ersten drei Kriterien berücksichtigt werden sollen. CDU-Ratsherr Georg Fenninger (Mitglied des BSV Roleber) „ist der Meinung, dass Roleber auf Platz drei muss, damit der Umbau des Platzes im nächsten Jahr beginnen kann“. Auch der Beueler SPD-Fraktionsvorsitzende Dieter Scharper bezeichnet „die Kritik des BSV Roleber als nachvollziehbar“.
Gespräche/Rückfragen mit Verantwortlichen der JSG Beuel oder des SV Beuel 06 hat es nicht gegeben.
08.09.2009: Die Vereinsvorsitzenden der JSG Beuel und des SV Beuel 06 schreiben an die politischen Entscheidungsträger der Beuel Bezirksvertretung, trotzt der aktuellen Berichtserstattung in der Presse, ihre Entscheidungen auf Basis der einvernehmlich im Hauptausschuss beschlossenen Kriterien zu fällen.
Eine Reaktion auf das Schreiben erfolgte nicht.
09.09.2009: In der Bezirksvertretung Beuel führt Herr Fenninger (Mitglied des BSV Roleber) aus, dass die Kriterien Bevölkerungsentwicklung und Stadtentwicklung (hier hat der Platz in Roleber jeweils - im Gegensatz zum Franz-Elbern-Stadion - keine Punkte erhalten) nicht transparent seien und nicht bei der Bewertung zu berücksichtigen sind. Da 40% der Mitglieder der BSV Roleber (so Fenninger) aus dem Rhein-Sieg-Kreis stammen, hätten die entsprechenden Daten aus der Stadt Königswinter (z. B. für die Stadtteile Vinxel und Stildorf) mit in die Untersuchung einbezogen werden müssen.
Hierzu führte der Vertreter der Stadt Bonn, Sportamtsleiter Hartmann aus, dass, da es sich um Gelder der Bundesstadt Bonn handelt, nur Daten aus dem Bonner Stadtgebiet berücksichtigt wurden.
Auch bei SPD und FDP bestand Einvernehmen, dass der Sportplatz in Roleber als erstes saniert werden soll. Die Grünen beteiligten sich nicht an den Diskussionen.
Herr Hartmann schlug vor, der Verwaltung Prüfauftrag zu erteilen, ob der Platz in Roleber in Bauland umgewidmet werden kann. Der Erlös hieraus kann zum Neubau eines Kunstrasenplatzes (inkl. Clubheim) an einer anderen Stelle genutzt werden. Dadurch wird die Belästigung für die Anwohner minimiert.
Dieser Vorschlag wurde einvernehmlich abgelehnt.
CDU schlug vor, Roleber an die Spitze der Prioritätenliste zu stellen und in der Rangfolge mit der Sanierung des Platzes an der Gesamtschule zu tauschen. SPD, vertreten durch den Fraktionsvorsitzenden Schaper, favorisierte ebenfalls das Vorziehen des Platzes in Roleber, schlug aber vor, hierfür den Platz am Franz-Elbern-Stadion nach hinten zu setzen.
Nach einer Sitzungsunterbrechung entschied sich die CDU „im Interesse von Beuel“ dem Antrag der SPD zu folgen, da man vermutet, im Hauptausschuss bzw. Rat keine Mehrheit für den eigenen Vorschlag zu erreichen.
Der Vorschlag der Bezirksvertretung Beuel bedeutet im Klartext, dass die Umwandlung des Ascheplatzes am Franz-Elbern-Stadion in Anbetracht der finanziellen Lage des Haushalts der Bundesstadt Bonn auf unbestimmte Zeit verschoben wird.
17.09.2009: Beratung im Hauptausschuss. Ergebnis: ?
24.09.2009: Beschlussfassung im Rat. Ergebnis?
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